Die Zehnfachfrankaturen in West-Berlin

In Westberlin endete die Möglichkeit der Verwendung der alten RM-Marken mit 1/10 Frankaturwert am 31.7.1948, ebenso in der Sowjetischen Zone und in Ost-Berlin.

Ursprünglich war (Befehl 111 des Sowjetischen Oberbefehlshabers vom 23. Juni 48) beabsichtigt, Zehnfachfrankaturen nur bis zum 28.6.48 zuzulassen. Diese Frist wurde allerdings stillschweigend bis zum 31.7.48, auch in den Westsektoren, verlängert.

Somit kommen Zehnfachfrankaturen mit Absender, Aufgabestempel und Ankunftsstempel  aus den Westsektoren und dem Sowjetischen Sektor vor.

(92)Portogerechter Ortsbrief, gelaufen innerhalb von Berlin mit Aufgabestempel des Ostberliner Postamtes "Berlin C 43 b 29.6.48 18-19".  - Absender aus Berlin N 65 im Französichen und Empfänger in Berlin-Grunewald im Britischen Sektor - 16 Pfennig für Ortsbrief bis 20 g

 


(94)Vorderseite einer mit 8 alten RPf überfrankierten Postkarte im Ortsverkehr Berlin, gelaufen Von Berlin-Wilmersdorf (Britischer Sektor) nach Berlin N 54 (Sowjetischer Sektor) - Gestempelt "Berlin-Wilmersdorf 1 m 29.6.48-12" - 10 Pfennig Postkarte im Ortsverkehr

(94)Rückseite der Karte (Bedarf) mit Text

(121)Portogerechter Ortsbrief als Zehnfachfrankatur - gestempelt "Berlin-Charlottenburg 2 z 28.6.48-21"- 16 Pfennig Ortsbrief bis 20 g
 

Wie ich bereits schon ausführte, war es bis zum Mauerbau am 13. August 1961 für die die Bewohner der Stadt kein Problem, die Grenzen der vier Sektoren zu überqueren.

Es war selbstverständlich, den Wechselkurs zwischen Ost- und Westmark für seine Zwecke möglichst vorteilhaft zu nutzen und sich deshalb von West-Berlin nach Ost-Berlin oder vom Ost-Sektor in einen der West-Sektoren zu begeben um dort zuarbeiten oder Geschäfte oder Käufe zu tätigen.

Die D-Mark diente für den offiziellen Geldverkehr in den West-Sekoren, die Ostmark war eine Art Nebenwährung.

Erst am 20. März 1949 wurde die Westmark zum alleinigen Zahlungsmittel in den Westsektoren erklärt.

Da, wie auch in den Westzonen erforderlich, die bei den Frankaturen zur Verwendung gelangten Marken nur zu 1/10 ihres Nominalwertes berücksichtigt werden konnten, ergaben sich, insbesondere bei den niedrigen Pfennigwerten, Freimachungen mit einer grösseren Anzahl von Marken.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Massenfrankaturen.

Da zumindest die Anschrift des Empfängers und sonstige postalische Vermerke auf dem Beleg platziert werden mussten, gestaltete es sich im Einzefall schon mal etwas schwierig, die Marken zu verkleben. 

 

 


(93)Vorderseite-Portogerechter R-Brief, gelaufen von Berlin-Charlottenburg nach Berlin NW 87 innerhalb des Britischen Sektors - gestempelt "Berlin-Charlottenburg 30.6.48" - 16 Pfennig Ortsbrief bis 20 g und 60 Pfennig Einschreiben

(93)Rückseite-gestempelt "Berlin-Charlottenburg 30.6.48" und "Berlin NW 87 1.7.48" - Somit Massenfrankatur auf Vor- und Rückseite mit 50 x Michel 947

(107)Vorderseite-Portogerechter Brief, gelaufen von Berlin-Neukölln(Amerikanischer Sektor) nach Hollmoorskamp/Kreis Plön(Britische Zone) - gestempelt "Berlin-Neukölln 1h 01.7.48-9" - 24 Pfennig Brief Inland bis 20 g

(107)Rückseite - gestempelt "Berlin-Neukölln 1h 01.7.48-9"
 

 

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