Aus der Not geboren - Die Provisorien

Am 21.06.1948, 0 Uhr, wurde in den 3 westlichen Besatzungszonen die Währungsreform vollzogen.

(8)Paketkarte für ein Paket nach Darmstadt- gestempelt "Königswinter b 18.6.48 - 18" - und somit freitags vor der Währungsreform (Montag, 21.6.1948) noch so eben mit RM-Marken frankiert - Rückseitig Zustellvermerk vom 21.6.48 - 120 Pfennig für 2,5 kg in der Entfernunszone ab 375 km bis 750 km

Die bisher frankaturgültigen Kontrollratsausgaben wurden ungültig und konnten nur noch als sogenannte Zehnfachfrankatur zeitlich begrenzt verwendet werden.

Letzttag der Verwendung war somit der 20.06.1948.

(9)Portogerechter Brief Inland, gestempelt 20.06.48 (Letzttag)

24 Pfennig Brief bis 20 g

Sendungen aus der ersten Briefkastenleerung vom 21.06.1948 konnten allerdings noch mit den alten, mit Reichsmark erworbenen Marken, freigemacht werden.

Überfrankierte Briefe vom 20. und 21.06.1948 sind nicht selten, da die alten Marken ja ihre Frankaturgültigkeit verloren und somit wertlos wurden.

(10)Brief Inland im Ortsverkehr, gestempelt 21.06.48-12 (Erste Briefkastenleerung)

16 Pfennig Brief bis 20 g im Ortsverkehr, mit 8 Rpf überfrankiert 

 

 

Sendungen ab dem 21.6.1948 mussten, mit Ausnahme der zeitlich begrenzten Zehnfachfrankaturen, mit den neuen Marken freigemacht werden.

Ansonsten wurde in der Regel beanstandet und mit Nachgebühr belegt.

 


(67)Portogerechter Brief Inland von Starnberg nach Hannover - gestempelt 24.6.48-12 Uhr

(67)Rückseite des Briefes aus Starnberg

(18)Portogerechter Faltbrief als Drucksache Inland - gelaufen von Frankfurt/Main nach Wuppertal-Elberfeld - gestempelt 26.6.48

(18)nnenseite des Faltbriefes
 


 

Ersttag der neuen, in der neuen Währung zu bezahlenden, Provisorien war der 21.06.1948.

(10)Portogerechter Brief Inland, gestempelt 21.06.48 (FDC-Ersttag)

24 Pfennig Brief bis 20 g

 

 

Da ein Neudruck von Briefmarken, die nun in der neuen DM-Währung bezahlt werden mussten, aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr möglich war, wurden Marken der alten Kontrollratsserien (Michel-Nr. 911 - 937 und 943 - 962) mit einem Posthörnchenaufdruck versehen.

Teilweise erfolgte jedoch auch ein Neudruck der Marken, da die vorhandenen Bestände nicht ausreichten.

Der Aufdruck der Posthörnchen erfolgte im Buchdruck, erkennbar an den typischen Merkmalen des Buchdruckes, den, je nach Druckstärke mehr oder weniger ausgeprägt, sogenannten Quetschrändern und Durchdruck auf die Rückseite der Marken:


41 II Vorderseite (vergrössert)

41 II Rückseite (vergrössert)
 

Mit Ausnahme der Markwerte (Michel-Nr. 937 und 959-962), die im 50-er-Bogen (10 x 5) vorlagen, mussten die Marken der Kontrollratsserien I und II als 100-er-Bögen (10 x 10 ) mit den Posthörnchen überdruckt werden.

Hierbei wurde beim Netzaufdruck eine Matrize für den gesamten 100-er-Bogen und beim Bandaufdruck zwei Matrizen für je einen halben 100-er-Bogen verwendet.

 

 

Es entstanden durch den Aufdruck der Posthörnchen z.B. aus der 5-Pfennig-Marke der

Gemeinschaftsausgabe der Alliierten Besetzung (Michel-Nr. 915)

 

die

 

IV/I der Bizone mit Bandaufdruck

 


 oder die

 

IV/II der Bizone mit Netzaufdruck

 

Ursprünglich sollten die Provisorien bis zum 12.9.1948 gültig bleiben. Dieser Zeitraum wurde aber um 7 Tage bis zum 19.9.1948 verlängert.

 

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