Bei einer Währungsreform wird durch Einführung einer neuen Währung der Wert des Geldes und somit die Kaufkraft, im Gegensatz zu einer Währungsumstellung, durch eine Abwertung verändert.
Da die Nazis, vorrangig zur Finanzierung des Krieges, Geld brauchten, warfen sie einfach die Notenpresse an und druckten Reichsmark-Banknoten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war zwar viel Geld im Umlauf, aber dieses Geld war nichts wert.
Die Reichsmark war fast wertlos
Als Folge bildeten sich Preise, die von der Bevölkerung nicht bezahlt werden konnten.
Beispielsweise kostete kurz vor der Währungsreform ein Pfund Butter 250 Reichsmark, ein Pfund Kaffee 1.500 Reichsmark, eine einzelne Zigarette 12 Reichsmark, wobei das durchschnittliche Monatseinkommen ca. 170 Reichsmark betrug.
Die Deutschen hungerten.
Der deutsche Schauspieler Gert Fröbe z. B. wog seinerzeit bei einer Körpergrösse von 1,86 Meter lediglich 58 kg, ein Gewicht das später auf über 100 kg anwuchs.
Die Tagesration eines Normalverbrauchers in der britischen Besatzungszone (1948), Tisch mit Brot, Nährmittel, Zucker, Marmelade
Bundesarchiv, Bild 183-H28811 / CC-BY-SA
Unterstützung für die hungernde Bevölkerung kam aus den USA durch die CARE-Pakete.
CARE-Pakete waren fast ausschließlich mit Lebensmittel befüllte Pakete, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch amerikanische Wohlfahrtsorganisationen verschickt wurden.
Insgesamt wurden ca. 100 Millionen CARE-Pakete in ganz Europa verteilt.
Dieses CARE-Paket enthält 4 Pfund Fleisch, 3 Pfund Butter - je zwei Pfund Mehl, Zucker, Vollmilchpulver - je ein Pfund Reis, Honig, Marmelade und Rosinen, sowie 2 Pfund Kaffee, 1 Pfund Schokolade, 500 Gr. Eipulver und 4 Stück Seife.
Bundesarchiv, Bild 183-S1207-502 / CC-BY-SA
Fast Alles, was für uns heute selbstverständlich vorhanden ist, fehlte.
Selbst ein simpler Brief wurde "gebastelt" um Nachrichten zu versenden:
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Man mag es kaum glauben, aber selbst Zeitungen waren Mangelware:
Schlange vor einem Zeitungsstand in Hamburg auf dem Jungfernstieg im Mai 1948
Bundesarchiv, Bild 183-2005-0802-510 / CC-BY-SA
Lebensnotwendige Artikel, wie z.B. Kleidung und Nahrungsmittel gab es nur auf Bezugsschein.
Lebensmittelkarte für Obst und Gemüse der Gemeinde Weißbach bei Königsbrück in Sachsen (Sowjetische Zone)
Gewisse Dinge des täglichen Bedarfs konnten nur über einen Haushalts-Paß bezogen werden. Diese wurden auch schon während des noch nich beendeten Krieges ausgegeben.
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Es blühten als Folge dieser Geldwertentwicklung und Güterknappheit die Schwarzmärkte, die Geschäfte blieben meist leer.
Der Schwarzmarkt in der Bergmannstrasse Berlin-Kreuzberg, "Polizei kommt!":
Bundesarchiv, Bild 183-S79355 / CC-BY-SA
Bei einer Großrazzia gegen den Schwarzhandel beschlagnahmte die Polizei auf dem Bahnhof Schwerte i. Westfalen beträchtliche Mengen von Fleisch- und Wurstwaren, sowie Butter und Fett.
Bundesarchiv, Bild 183-2005-0821-505 / Stachelscheidt / CC-BY-SA
Um dieser Entwicklung ein Ende zu bereiten, musste eine Währungsreform her.
Am 21. Juni 1948 tritt diese Währungsreform in den 3 Westzonen (Britische-, Amerikanische- und Französische Zone) schließlich in Kraft.
Die Reichsmark wird durch die DM abgelöst.
Im Tausch für 60 alte Reichsmark erhält jeder Einwohner der Westzonen zunächst nur 40 neue Deutsche Mark, später nochmals 20 Deutsche Mark.
Kassenzettel über den Umtausch von 180 RM in 120 DM für 3 Personen, der sogenannten Kopfquote.
Einige Wochen später wurden weitere 20 Reichsmark pro Kopf im Verhältnis 1:1 getauscht.
Die Verlierer der Währungsreform sind die Sparer mit altem Reichsmarkguthaben, 100 Reichsmark schrumpfen zu 6,50 Mark. Somit wurden 93,5 % des alten Reichsmarks-Volumens vernichtet.
Die Gewinner waren folglich die Besitzer von Sachwerten.
Hierzu zählten z.B. auch Kaufleute, die ihre Waren gehortet hatten und urplötzlich dann für die neue DM-Währung anboten.
Blick in eine Umtauschstelle, Schreibtische mit Bündeln von Reichsmark-Geldscheinen:
Bundesarchiv, Bild 147-0739 / CC-BY-SA
Die ersten Banknoten in neuer Währung wurden in den USA entworfen und hergestellt.
Zuständig für die Währungspolitik in der Bizone war die am 01.03.1948 in Frankfurt/Main gegründete Bank deutscher Länder (BdL), als Nachfolgerin der Reichsbank und Vorläuferin der Bundesbank.
Ist das neue Geld in Hamburg eingetroffen?
Unter strenger Britischer Bewachung werden acht Lastkraftwagen mit Kisten vor dem Gebäude der Hamburger Landeszentralbank abgeladen. Der scharfe Absperrungsring um das Bankgebäude lässt vermuten, dass das neue Geld in das Bankgebäude eingeliefert wird.
Bundesarchiv, Bild 183-1988-0818-501 / CC-BY-SA
Seit Oktober 1947 waren die neuen Banknoten in Amerika gedruckt und bereits ab Februar 1948 in 23.000 Holzkisten verpackt worden. Um den Inhalt der Kisten nicht zu verraten, wurde als Aufschrift „doorknobs" (Türklinken) gewählt. Die in Vorbereitung befindliche Währungsreform sollte natürlich, allein schon angesichts der politischen Situation in Deutschland und des Verhältnisses der 4 Besatzungsmächte zueinander, geheimgehalten werden.
Mit dem Schiff wurden die Holzkisten, gefüllt mit über 10 Milliarden DM nach Bremerhaven und anschließend nach Frankfurt am Main in das alte Reichsbankgebäude transportiert.
Das neue Geld:
Banknoten für 5 Pfennig , 10 Pfennig und 50 Pfennig als 1/2 Deutsche Mark, so sahen sie aus, die neuen Münzen und Banknoten (Beispielabbildungen):
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Briefmarken gegen Lebensmittel, Seife u.s.w. ist einfach unvorstellbar
in der heutigen Zeit.
Das Durchschnittseinkommen in 1948 nach der Währungsreform betrug
2219,00 DM (monatlich 184,92 DM), die Preise müssen somit ins Verhältnis
gesetzt werden.
Hinzu kommt, dass der damalige Wechselkurs DM/Franken beachtet werden muss.
Zwar liegt mir keine Info vom August 1948 dazu vor, aber 100 D-Mark waren bei ihrem Tiefstand am 20. November 1948 in Zürich nur 18 Schweizer Franken wert.
Somit vervielfachen sich die Preise in sFr.
Was kostet aktuell z.B. Seife, Mehl?
Quelle: Sammler-Express, Heft 16, Seite 258, August 1948
Ab 03. Juli 1948 erschienen die Maschinen-Aufdruckprovisorien mit Aufdruck "Sowjetische/Besatzungs/Zone" .
Diese blieben bis 28. Februar 1950 gültig.
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